Wie es dazu kam, dass ich die ungewöhnliche Lautsprache von Dietmar Zöller verstehen lernte, sodass ich heute als seine Assistentin nach seinem Diktat Briefe und Texte tippen kann. Ich lernte sehr früh, dass ich sehr gut hinhören musste, wenn ich meine Mitschüler verstehen wollte, da ich erst vor der Einschulung von Italien nach Deutschland geholt wurde. Ich kenne Dietmar Zöller schon sehr lange, da ich als Putzhilfe einmal die Woche bei der Familie tätig war.Seit August 2016 war ich täglich für Dietmar Zöller als Begleitperson zum wandern angestellt, bis ich dann am 01.01.2018 als Assistenzkraft für sechs Stunden täglich angestellt wurde. Am Anfang hatte ich das was Dietmar erzählte ohne Frau Zöller nicht verstanden. Dietmars Wörter konnte ich nicht verstehen. Am Anfang waren es einzelne Wörter, aber kein Zusammenhang. Um überhaupt etwas zu verstehen, musste ich ihn regelrecht anstarren. Ich habe versucht die Mundbewegungen mitzuvollziehen. Ich musste ein Gefühl dafür bekommen was Dietmar mit Lippen, Zungen und Gaumen machen muss, um ein Laut rauszubekommen. Ich musste mir selbst erst bewusst machen was ich mit dem Mund, Zunge und Gaumen mache. Ich habe mein Hörvermögen besser trainiert, um Dietmar zu hören. Ich habe unbewusst mein Hörvermögen trainiert mit dem Willen, dass ich ihn verstehen wollte. Um einen Menschen mit Dietmar zu verstehen braucht man dringend eine dritte Person die einen ermutigt (Mutter). Ohne sich gefühlsmäßig auf so einen Menschen einzulassen läuft gar nichts.Es muss auf jeden Fall eine Beziehung stattfinden. Ich versuche um mich herum alles auszublenden und konzentriere mich nur auf Dietmar. Offensichtlich hat es mit der Wahrnehmung zu tun, ob Dietmar an einem Tag besser spricht oder nicht. An Tagen an denen er seinen Mund nicht spüren kann wird seine Lautsprache schlecht. Er hat offensichtlich keine Probleme seine Gedanken in Sprache umzusetzen. An guten Tagen hat er ganze Texte diktiert.